Unser Porstendorf

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Einst und jetzt, Porstendorf 1940 und Boršov 1990.  Karte u. Fotos aus "30.Schönhengster Heimatag 1990"

Früher: Porstendorf, Kreis Mährisch-Trübau, Schönhengstgau, Sudetenland
Porstendorf eine Karte mit aktuellen Hausnummern
Porstendorf über die Mapy.cz Seite mit sehr guter Auflösung
Region Mährisch-Trübau vielfach einstellbar, bei entsprechendem Massstab auch Strassennamen, sowie auch Katasterkarten

1256 ist die Ersterwähnung von Porstendorf lt. der 1956 erschienen Ortschronik. Düsterer Urwald, der "Grenzwald", ein natürlicher Schutzwall gegen das oft feindlich gesinnte Böhmen, bedeckte das Gebiet unseres Heimatortes, das die Herren aus dem Geschlechte der "Riesenburger" wohl für ihre Verdienste um die Sache ihres Landesfürsten als Dank und Belohnung erhalten hatten. Die Riesenburger, welche im 12.Jahrhundert ihre Stammburg am Fuße des Erzgebirges als Bollwerk gegen das Meißnerland errichtet hatten, dessen Ruine noch vor unserer Vertreibung bei Ossegg in Nordwestböhmen zu sehen war, hatten ihre Ahnherren in den Grafen von Bilin, dessen Vorväter sich bis um das Jahr 1040 beurkunden lassen. 

1270 am 24.August als Bischof Bruno die Gründung des Ortes Pohler beurkundet, wird genau das zu rodende Gebiet abgegrenzt wobei als östlicher Nachbar "Burso" vermerkt wird. Zu dieser Zeit hatte Bischof Bruno erreicht, daß in dem Grenzwald, dessen Grenzen zwischen dem Kloster Leitomichl und dem Bistum Olmütz im Jahre 1176 vertraglich in der "Wasserscheide" des Schönhengstzuges festgelegt worden, die Rodaxt angesetzt werden durfte.

1278 im Januar wird vom König eindeutig ausgesprochen, dass Bors(ch)o von Riesenburg offenen Verrat begangen hat und deswegen all seiner Güter verlustig wird.

1280/81 wird ein "Heinrich von Borsendorf" in einer Urkunde als Zeuge genannt.

1372 im ältesten Stadtbuch von Mährisch-Trübau wird das Dorf "Borsindarff" genannt.

Das älteste Urbar von 1535-1548 von der Stadtlandschaft Mährisch-Trübau, welches während der Herrschaft des Christoph von Boskowitz (1522-1549) abgefaßt wurde, enthält alle zur Grundherrschaft Mährisch-Trübau gehörigen Dörfer, darunter auch Porstendorf mit seinen Besitzern und deren Abgaben an den Grundherrn. Da zu dieser Zeit die Grundschreiber wie der Grundherr slavischer Herkunft waren - sie sprachen "mährisch" - so darf es uns nicht wundern, wenn die Namen entweder vielfach slavisiert oder arg verstümmelt und dadurch verändert wurden.

1589 wird erstmals eine Schule anlässlich einer Reparatur "Rauchfang zur schull" in No.27 erwähnt.

1748 Durch ihren "aufgeklärten" Staatsminister, den Grafen von Kaunitz (1711 - 1786) führte die Kaiserin Maria Theresia den "Theresianischen Kataster" ein. In ihm wurde das Ausmaß der Ackerflächen und das Besitztum ihrer Untertanen verzeichnet und somit sollte eine gerechtere Steuerabgabe ermöglicht werden.

1770 wurde in Porstendorf die Nummerierung der Häuser, ebenfalls durch Kaiserin Maria Theresia, eingeführt. Man nummerierte vom Unterort bis in den Oberort auf der rechten Seite beginnend mit No.1 alle Häuser durch. Im Oberort wechselte man die Straßenseite und nummerierte von oben bis zu Unterort fortlaufend auch die andere Seite. Danach erhielten neu gebaute Häuser die weiteren fortlaufenden Hausnummern. Somit ergab sich auch, dass benachbarte Hausnummern einmal im Unterort und einmal im Oberort zu finden waren.

1914 - 1918 die Gemeinde Porstendorf betrauert 58 Opfer, die ihr Leben im I. Weltkrieg zum Schutze der von den Kampfhandlungen verschonten Heimat hingeben mußten. Im Jahre 1926 wurde den Söhnen der Heimat hart an der Dorfstrasse gegenüber dem Pfarrhause auf dem Garten des Erbgerichtsbesitzers, Stefan Peichl, ein würdiges Ehrenmal errichtet, welches, in Marmorstein gemeißelt, die Namen der Opfer aufzeigt als anklagende Mahnung: Nie wieder Krieg!

1938 war Porstendorf mit 1.650 Einwohner ein 5 Kilometer langes Reihendorf. Es war die größte Gemeinde im Kreis Mährisch-Trübau mit einem Flurausmaß von 2.780 Hektar Wald und Ackerland. Wer nicht in der Landwirtschaft arbeitete war in der naheliegenden Kreisstadt Mährisch-Trübau in der Industrie, im Handel oder Handwerk beschäftigt. Die Kirche, das Pfarrhaus, eine sechsklassige Volksschule, das Post- und Gemeindeamt, sowie eine Molkerei waren der Mittelpunkt des Ortes. Das kulturelle Leben wurde vorwiegend von den örtlichen Vereinen bestimmt. 2 Gesangvereine beherrschten die Laienbühnen. Natürlich vervollständigten auch Konsumgenossenschaften das wirtschaftliche Bild der Gemeinde.  

1939 - 1945 In tiefer Ehrfurcht und nie versiegendem Schmerz verneigen wir uns vor den im II. Weltkrieg gefallenen 64 Porstendorfer Opfern u. weiteren 40 vermißten, die in treuer Pflichterfüllung für Volk und Heimat ihr Leben hingeben mußten. 

1946 ab Februar wurden die Porstendorfer und alle deutschen Bewohner des Schönhengstgaus, bis auf wenige Ausnahmen, aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. Die Ausnahmen waren solche Personen die der neue Staat als "Fachkraft" brauchte. Sie durften den neuen Staat nicht (vorerst nicht) verlassen. Auch Familien mit einem tschechischen Elternteil konnten in der Heimat bleiben. Die Stadt Staufenberg in Hessen musste im Februar dieses Jahres 75 Porstendorfer aufnehmen. Bereits im Juni trafen sich die ehemaligen Porstendorfer, jetzt in ganz Deutschland zerstreut, zum erstenmal auf der Burg in Staufenberg um Erfahrungen auszutauschen. Es ist zur Tradition geworden, dass sie sich jährlich in Staufenberg wieder treffen um Freunde und Bekannte zu sehen. Landsleute, die vor der Vertreibung in verschiedenen Gremien zum Wohle der Dorfbewohner in Porstendorf gearbeitet hatten, fassten mit den damals Verantwortlichen der Stadt Staufenberg den Beschluss, eine Patenschaft zwischen beiden Orten vorzubereiten.

Nach 1946 wurden in ganz Porstendorf die Hausnummern neu festgesetzt. Somit haben die Häuser heute eine ganz andere Nummer wie noch vor der Vertreibung der deutschen Bewohner.

1956 zur 700 Jahrfeier von Porstendorf wird vom Lehrer i.R. Franz Etzler und einigen "Zuarbeitern" ein Gedenkbuch Porstendorfer Chronik geschaffen. Am 17. Juni, 10 Jahre nach der Beschlußfassung, unterschreibt der damalige Staufenberger Bürgermeister Heibertshausen die Patenschaftsurkunde der neuen Patenstadt Staufenberg. Übergeben wird diese durch seinen Stellvertreter Ernst Wettengel.

1959 am 26. Juli wurde "Im Ehrenhain" der Stadt ein Gedenkstein für die Verstorbenen und Gefallenen Porstendorfer errichtet.

1976 am 01. Januar nach Mährisch-Trübau eingemeindet.
1999 hat die Platte von dem Porstendorfer Kriegerdenkmal des I.Weltkriegs mit den eingemeißelten Namen einen neuen Platz im Ehrenhain der Patenstadt Staufenberg gefunden.

2003 wird Staufenberg Partnerstadt von Mährisch-Trübau im Schönhengstgau. Die Urkunden hierzu wurden am 26.09.2003 in Mährisch-Trübau im Rahmen der Schönhengster Kulturtage unterzeichnet.  Am 08.06.2004 fand in Staufenberg die Rückverschwisterung im Rahmen des Staufenberger Krämermarktes statt.

29.07.2006 Boršov slaví 750 let od svého vzniku (www.mtrebova.cz  vom 28.07.06). Sdružení přátel kulturního domu Vás zve na oslavu v rámci 750 let vzniku obce Boršov. Slavnostní zahájení proběhne 29. července v Kulturním domě v Boršově od 14.00 hodin posezením u dechovky Brťovská šestka a lidového vypravěče Pavla Jecha. Večer od 20.00 hodin Vás srdečně zveme na letní zábavu, hraje DOMINO. Vstupné: 35,- Kč. Die Übersetzung in das Deutsche: Gemeinde Porstendorf feiert 750 Jahre seit ihrer Gründung Der Verein der Freunde des Kulturhauses lädt Sie zu einer Feier im Rahmen 750 Jahre seit Gründung der Gemeinde Porstendorf ein. Die feierliche Eröffnung findet am 29. Juli ab 14 Uhr mit einer Sitzung, einer Blaskapelle "Sechser von Borsov" und einem Auftritt des Volkserzählers Pavel Jecha im Kulturhaus in Porstendorf statt. Abends ab 20 Uhr laden wir Sie herzlich zu einer sommerlichen Unterhaltung ein. Es spielt "DOMINO". Eintritt 35 Kronen.

Heute: Boršov, Okres Svitavy, Česká republika

Stand: 19.01.20